Obwohl das frühe Christentum der Überzeugung war, dass Gott keiner Opfer bedürfe, kam es dennoch ganz allmählich zu einer Rückkehr zu Opferkult und Opferpriester. Denn die junge Kirche verband mit dem Abendmahl schon bald die Idee des Opfers, das Christus gebracht hatte. Zunächst wurde das Abendmahl so gefeiert, wie Jesus es geboten hatte, als Gastmahl, in dem man Seiner gedachte.
In dem Maße, wie das schlichte Abendmahl zur Eucharistie wurde, zu einem (unblutigen) Opfer, brauchte es wieder den Priester - allerdings noch nicht als Beruf und ohne Weihe. Und: "Vierhundert Jahre lang war eine ‘Priesterweihe’ im heutigen Sinne für den Vollzug der Eucharistie nicht erforderlich." Doch: "Seit dem 5. Jahrhundert erfordert die Feier der Eucharistie die Mitwirkung eines sakramental geweihten Priesters.
Seit dem 5. Jahrhundert bahnt sich auch die Vorstellung an, die Priesterweihe präge ihrem Empfänger ein unauslöschliches Merkmal auf.